31. Dezember 2012
Endlich habe ich es geschafft einen Blog ein zu richten(:
Ich weiss nicht mehr genau wann mir die Gedanken kamen, mit dem Rad zu reisen aber es ist schon zwei, drei Jahre her. Mir gefiel der Gedanke, unabhaengig und frei mit dem Rad in der Welt umherzuradeln. Wahrscheinlich dachte ich, dass dann endlich mein Leben beginnt, obwohl ich doch schon die ganze Zeit mitten drin war. Und ganz so unabhaengig und frei ist man dann doch nicht, wie ich es mir damals vorstellte.
Da es bei uns familiaere Pflicht ist nach der Schule oder dem Abschluss die Verwandten in Argentinien zu besuchen, war fuer mich klar, dass ich auf dem latainamerikanischen Kontinent reisen werde. So beendete ich im Juli meine Obstbauausbildung und arbeitete danch vier Monate auf dem elterlichen Obstbaubetrieb.
Es waren viel Vorzubereiten: Versicherung abschliessen, Visakarte beantragen, Flug buchen, impfen... und Ausruesstung war zu besorgen: Zelt, Schlafsack, Isomatte, Radschuhe und viele weitere Kleinigkeiten mussten besorgt werden und viele Entscheidungen waren zu treffen. natuerlich musste das Rad zusammengestellt und bestellt werden, wo bei mir Michael Schneider (Backnanger Radhaendler) mit seinem enormen Fachwissen, die Wahl sehr erleichterte und mir ein geniales, guenstiges Reiserad von Campus zusammenstellte.
Fuer meine Eltern war es glaube ich nicht immer einfach, weil ich teilweise mit dem Geist schon auf Reisen war. Ich hatte an manchen Tagen auch gewisse Zweifel, denn ich war nie mit dem Rad gereist und konnte kein Spanisch. Ich war noch nie so lange von daheim weg und dann der staendige Ortswechsel in einer fremden Umgebung und nur auf mich allein gestellt zu sein.
Aber all die Zweifel sah ich an anderen Tagen als Motivation und freute miach darauf, an der Reise zu wachsen, eine Sprache zu erlernen mich fuer die Menschen zu oeffnen, selbstaendig zu sein. Das ist auch der Schluessel zu einem guten Leben, das positive Denken.
Herman Hesse schrieb einst, lieber verbringe er eine Woche an einem Ort, erkundet diesen ganz genau und kennt diesen wirklich, anstatt in der gleichen Zeit jeden Tag wo anders zu sein und von einer Sehenswuerdigkeit zur naechsten zu haetzen. Es ist eine Illusion zu glauben, ich kenne nach drei Wochen Mexiko, Land und Bevoelkerung und doch versuche ich am staendigen Kulissenwechsel moeglichst oft gegenwaertig zu sein, vieles wahr zu nehmen, zu verinnerelichen und auf die so wichtigen kleinen Deteils zu achten. Nicht staendig nach einem Ziel zu streben sondern das Jetzt, das Reisen als Ziel zu sehen.
Ich war mir bewusst, dass sicherlich Tage kommen werden, an denen ich alles in Frage stellen werde, wo es mir nicht so gut geht, wo ich einsam bin, ich mich nach Familie und Freunde sehne, doch ich glaube, dies werden Tage sein an denen ich mehr zu mir selber finden werde. Es ist und war fuer mich sehr Wichtig, dass mir waehrend der Reise die elementarsten Fragen des Lebens immer gegenwaertig bleiben. Wer bin ich? Mit was identifizire ich mich? Und was mache ich aus dem der ich bin