11. Juli 2013
Ich nahm an der Vipassanameditation(Einsicht) in Calca, nahe Cusco Teil. Eine Meditationsform die ihren Ursprung in Indien fand und anscheinend die reinste Lehre des Buddahs ist.
In allen Teilen der Welt gibt es die Vipassanameditationskurse diese werden durch Spendengelder finanziert, um den kapitalistischen Missbrauch zu verhindern.
Tagesablauf ist folgendermassen.
4 Uhr Aufstehen
4:30 Uhr Meditation(2h)
6:30 Uhr Fruehstueck.
8- 11Uhr Meditation.(3h)
11-13 Uhr Mittagessen/schlafen.
13-17 Uhr Meditation(4h)
17-18 Uhr ausruhen
18-19 Uhr Meditation(1h)
19-20:30 Uhr Belehrung ueber Vipassana
20:30-21 Uhr Meditation(1/2h)
21 Uhr Schlafenszeit
Regeln sind: schweigen, keine Drogen, kein sexueller kontakt, nicht schreiben, nichts lesen, keine Musik. keine Elektronik.--- keine Ablenkung, volle Konfrontation mit sich selbst.
Bereich fuer Frauen und Maennern ist strickt getrennt, es wird getrennt gegessen, getrennt geschlafen der Garten ist aufgeteilt, nur zur Meditation findet man sich im Saal zusammen ein, wobei dieser auch durch zwei geteilt ist.
Die ersten drei Tage konzentrierten wir uns nur auf die Atmung und auf den Bereich zwischen Nase und Oberlippe um uns in rechter Konzentration zu ueben und sensibel fuer Empfindungen in diesem Bereich zu werden.
Man hat staendig im ganzen koerper Empfindungen, kribbeln, jucken, kaelte, waermegefuehl. Doch meisst ist der Intellekt sehr grob und es faellt uns schwer diese wahr zu nehmen. Ab dem vierten Tag geht man den ganzen Koerper duch. Kopf, Gesicht, Arme, Ruecken, Brust, Bauch, Beine und Fuesse.... und man wiederhohlt diesen Ablauf immer wieder. Dies ist die eigentliche Vipassanameditation.
Wir haben mit dem Bewussten Geist keinerlei Moeglichkeit das Unterbesusste anzusehen oder zu veraendern.es kann nur ueber die Koerperliche Ebene geschehen: Das Unterbewusstsein ist staendig mit dem Koerper verknuepft es reagiert auf alle Empfindungen. Wenn ich mich wo kratze, geschieht das unterbewusst(unbewusst), wenn ich mich nachts im Bett waelze geschieht das unterbewusst.
Wir koennen die Barriere zwischen Intellekt und Unterbewusstsein nur brechen, in dem wir den Aufmerksamkeit auf die Koerpergefuehle richten und diese neutral betrachten und beobachten. Mit viel Uebung werden sich die dort befindeneden Reaktionsmuster (Sankahras) als negative Emotionen zeigen, wenn der Meditierende diese neutral betrachtet und beobachtet werden sie sich aufloesen.
Ab den vierten Tag werden drei mal einstuendige Meditationssitzungen abgehalten, in denen man sich nicht bewegen sollte. Es entsteht starker Schmerz in den Beinen oder es faengt ein starkes Jucken auf der Backe an aber der Meditierende reagiert nicht,er betrachtet nur. Eine Stunde kann ziemlich lang werden, wenn sich der Intellekt gegen den Schmerz wehrt und ihn nicht an nimmt.
Es geht darum nur zu fuehlen und zu beobachten und auf der Koerperlichen Form, also im Unterbewussten zu erfahren, dass alles dem Gesetz der Vergaenglichkeit unterworfen ist. Das intelektuelle Wissen bringt uns nichts, nur das wirklich "erfuehlte" Wissen.
Vor der Meditation war es schwer, mich eine viertel Stunde hin zu setzen um zu meditieren. Eine Stunde Meditation ist jetzt eine leichtigkeit fuer mich. Ich fuehle meinen Koerper viel intensiever und meine Aufmerksamkeit ist oeffters bei dem was ich tue. Meine Motivation ist gestaerkt diesen Weg weiter zu gehen, weil ich erfahren habe, dass er uns alle vom Leiden befreien kann, vom Leiden das wir uns selber durch unser Denken antun. Es ist Arbeit aber eine Arbeit die sich frueher oder spaeter auszahlt. Man erntet das was man Saeht. Ich will nicht mehr machtlos meinen Emotionen ausgeliefert sein, die ein Spiegel des Denkens sind. Aus unkontrollierte Emotionen entsteht so viel Leiden, entstehen so viele Auseinandersetzungen und Probleme. Ich will nicht mehr Sklave meines beurteilenden Denkens sein, sondern das Denkwerkzeug nutzen wenn ich es benoetige.
Herzliche Gruesse vom Lukiluk der gerade in Pisac abchillt und das Leben geniesst(: