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Muse und Besinnung

Und schon jetzt faengt das Leid des zurueckdenkens an.

Ich war zu oft auf meine Ankunft in Argentinien fixiert, zu oft auf meiner Reise wanderten meine Gedanken zum suedlichsten Land Amerikas und ein Fingerschnippen spaeter war ich hier. Nun sind es noch 2000 kilometer nach Patagonien. Immer wieder wird man vom Leben unterlehrt.

Argentinien unterscheidet sich stark von den restlichen Laendern in Suedamerika die ich bereist habe. Einkaufslaeden, voll mit allem was man sich wuenscht, in den Regalen findet man massenweise Dulce de leche(Karamelaufstrich) und verschiedenste Sorten vom Matetee.

Keine Strassenstaendchen mehr mit buntgekleideten Cholitas, die mit Babys auf dem Ruecken, ihre fettigen Salchipapas verkaufen. Keine Schweinchen mehr am Wegesrand angepflockt.

Landwirtschaft ist hier maschinelle agrargrossindustrie. Ein wenig vermisse ich das kleinstruckturierte, zu beobachten wie die Menschen mit den kleinen Tierherden den ganzen Tag auf den kargen Wiesen verbringen und dort mit geschickten Fingern und einer einfachen Spindel, die Wolle in einen Faden verwandeln oder sonstige naeharbeiten verrichten. Wie Familien auf den winzigen Kartoffelaeckern fleissig schaffen oder sich von der harten Arbeit ausruhen und in einer fremdartigen Sprache freudig miteinader plaudern.

Genug in Erinnerung geschwelkt, zurueck in die Gegenwart.

Vor streunend bellenden Vierbeinern wimmelt es hier immer noch. An jedem Ort findet man sehr schnell anhaengliche Freunde, die ganz viel Liebe und Zuneigung brauchen.

Ich bin schon sehr geuebt darin, ihren fast unwederstehlichen ich will Futterblicken zu trotzen.

Die Argentinier habe ich gern, sie sind freundlich und Gastrfreundschaftlich aber sie sprechen so schnell, dass ich sie kaum verstehe. Dazu kommt der seltsame Dialekt.

Anstatt "lluvia" sagen sie "schuvia" (Regen).

Bei den Assadofesten, die es bei jeder Familien oder Freundeszusammenkunft gibt, wende ich mich meinem kargen Salatteller zu, waehrend sich auf dem Tisch die Fleisch und Blutwurstberge haeufen.

Nordargentinien ist zu dieser Jahreszeit sehr trocken. Am Abend ziehe ich mich in den unbesiedelten Weiten zwischen die Stachelbuesche zurueck, koche mein Abendmal, geniesse die Einsamkeit und betracht in der vogelsanguntermalten Stille den Sternenhimmel, wie so oft.

Manch campingmaterial wird langsam sproede. Meine tolle Luftmatratze hat unauffindbare Loecher, die ich im Schlaftrunkenen Zustand drei mal in der Nacht aufblasen muss.

Hier in Villa Maria werde ich von Luise verwoehnt, sie bereitet taeglich komplizierte Suesspeisen fuer ihren lieben Cousan zu oder wir kochen schwaebische Gerichte wie Spaetzle mit Soss oder Spinatlasagne a la Mama.

Videolinks von Manuel, der inzwischen schon bald in Ushuaia, in der suedlichsten Stadt Argentiniens ankommen wird.

http://vimeo.com/album/2096112/video/67275770

http://vimeo.com/album/2096112/video/67034449

Ich werde mich jetzt noch in der Kuehle, des nahe gelegenen Flusses laben und morgen mit Frischem Mut weiter nach Mendoza radeln.

Es gruesst euch ganz Herzlich euer Lukiluk

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